Telekom plant Bau eines Mobilfunkmastes am Ortsrand von Kleinbüllesheim

Die Stadt Euskirchen hat den Bürgerverein darüber informiert, dass die Telekom beabsichtigt, einen Mobilfunkmast am Ortsrand von Kleinbüllesheim zu errichten. Damit die Bürgerinnen und Bürger rechtzeitig informiert werden, wurde in einem noch sehr frühen Planungsstand seitens der Stadt und der Telekom zu einer kleinen Informationsveranstaltung am 19.03. um 18 Uhr geladen. Aufgrund der Kurzfristigkeit des Termins hat der Bürgerverein primär die betroffenen Haushalte im direkt angrenzenden Umfeld per Hauswurfsendung wenige Tage zuvor informieren können. Für alle Nichtanwesenden haben wir aber hier alle Infos und Fakten zum Nachlesen zusammengefasst:

  • die Infoveranstaltung fand mit 4 Vorstandsmitgliedern des Bürgervereins, 3 Vertretern der Stadt Euskirchen, einem Vertreter der Telekom und einigen Besuchern der angrenzenden Häuser statt.
  • die Deutsche Telekom AG ist an die Stadt Euskirchen herangetreten mit dem Wunsch, einen Mobilfunkmast zur Verbesserung der 5G-Versorgung in Kleinbüllesheim zu errichten.
  • der Mast soll in dem Wendehammer am westlichen Ortsausgang von Kleinbüllesheim, am Ende der Kleinbüllesheimer Straße, Richtung Euskirchen, errichtet werden.
  • der Mast soll exakt mittig auf dem Wendehammer platziert werden, die asphaltierte Fläche drumherum bleibt bestehen/befahrbar. Die Stadt Euskirchen hat im Vorfeld Messungen mit einem Wagen der Müllabfuhr Schönmackers durchgeführt. Damit die Fahrzeuge vernünftig wenden können, hat sich dies als die beste Option herausgestellt. Bei einer Positionierung des Mastes am Rand hätten neben dem Gehölz außerdem Abstandsflächen zu Nachbargrundstücken eingehalten werden müssen, daher fiel die Wahl auf die Mitte. Der Vorstand des Bürgervereins hat den Vertreter der Stadt Euskirchen noch während der Infoveranstaltung darauf angesprochen und angeregt, die doch sehr lückenhafte Begrünung um den Wendehammer herum vielleicht doch wieder mehr zu bepflanzen, um den neuen Mast auch besser zu „tarnen“.
  • die Grundfläche für die Aufstellung soll etwa 5-10 Meter Durchmesser haben. Dort wird neben dem Mast ein Technikgehäuse aufgestellt und die Fläche zur Absicherung eingezäunt. Das Technikgehäuse beherbergt die aktive Technik, die von Lüftern gekühlt werden muss. Auf Nachfrage bei dem Vertreter der Telekom sollen aber voraussichtlich genauso wenig Geräuschemissionen ausgehen, wie zum Vergleich von den bereits bestehenden Glasfaser-Verteilerkästen von bn:t im Dorf, also nur ganz kurz davor kann eventuell ein leises Lüfterrauschen vernehmbar sein. Technikgehäuse von Mobilfunkantennen in Städten auf Dächern von Wohnhäusern dürfen die Bewohner auch nicht stören, daher sei die Technik auf leisen Betrieb optimiert.
  • der Mast soll eine Höhe von 25 Metern haben. Laut der Telekom ist dies vergleichsweise „klein“, üblich sind Funkmasten 30-50 Meter hoch. Zum besseren Vergleich: die Kirche St. Peter und Paul ist etwa 33 Meter hoch, die Strommasten in den Feldern sowie der Funkmast in Kuchenheim am Bahnhof etwa 40 Meter, der Fernmeldeturm an der JVA Erlenhof etwa 90 Meter und das Windrad etwa 150 Meter.
  • der Mast soll in Schleuderbetonbauweise erstellt werden. Dies sieht dann aus wie ein schmaler „Pin“. Die alternative Bauweise, ein Stahlgittermast (ähnlich wie ein Strommast), wurde nicht gewählt, da diese massiver wirkt und auch mehr Platz am Boden einnimmt.
  • an der Spitze des Mastes wird eine kleine Plattform (so genannte „Antennenbühne“) sein, an der die Mobilfunkantennen befestigt werden, dies sind weiße länglich-schmale Geräte. Voraussichtlich 2 Antennen/Sektoren sollen so auf Kleinbüllesheim gerichtet werden, dass diese den Ort möglichst gleichmäßig versorgen. Üblicherweise werden insgesamt 3 solcher Antennen sternförmig um einen Mast herum angeordnet.
  • die Telekom suchte schon länger nach einem passenden Standort für unser Dorf, seit 3-4 Jahren gab es bereits intern bei der Telekom den ersten Suchauftrag. Alternative Flächen oder Standorte waren aufgrund nicht vermietbereiter Eigentümer nicht möglich. Da Kleinbüllesheim ein reiner Wohnort mit hauptsächlich Einfamilienhäusern ist, kam ein
    (aus funktechnischer Sicht optimalerer) zentraler Mast in der Ortsmitte oder auf Hausdächern von Mehrfamilienhäusern wie etwa in Städten nicht in Frage. Der Wendehammer ist hingegen eine städtische Liegenschaft und blieb die einzige Option.
  • die Telekom hat einen Versorgungsauftrag zu erfüllen und errichtet daher solche als „Netzverdichter“ genannten Masten näher am Kunden statt wie früher wenige Masten in der Fläche. Dies ist technisch bedingt. Früher, als es nur Telefonie für Handys gab, konnten niedrige Frequenzen (700MHz) mit 1-3 Kilometern Reichweite genutzt werden, sodass einige wenige größere Masten in der Landschaft ausreichten. Mit neuen Technologien wie 5G für mobiles Internet werden höhere Frequenzen (3600MHz) genutzt, die nur etwa 500 Meter Reichweite haben. Daher muss ein Mast nah am Endbenutzer platziert werden und nicht „in der Landschaft“. Die Kunden diktieren im Prinzip durch ihre vermehrte Handynutzung den Bedarf nach einem Mast. Wenige bisherige Masten wie der Fernmeldeturm an der JVA Erlenhof, die bisher neben Kleinbüllesheim auch diverse andere Dörfer versorgen, werden so um ihre beanspruchte Funkzelle entlastet.
  • als Dienste sollen 5G und LTE (4G) ausgestrahlt werden.
  • es wird kaum Auswirkungen durch die Bauarbeiten geben. Der Baukran kann auf dem Wendehammer Platz finden und der Mast soll voraussichtlich per Richtfunk über den Fernmeldeturm an der JVA Erlenhof mit dem Internet angebunden werden, da die Telekom keine Glasfaserleitung in Kleinbüllesheim liegen hat. Damit werden bis auf den Stromanschluss keine weiteren Tiefbauarbeiten nötig sein, die die Kleinbüllesheimer Straße beeinträchtigen.
  • der Mast wird nicht durch die Telekom, sondern die „Deutsche Funkturm GmbH“ anbieterunabhängig errichtet und kann dann an die 4 in Deutschland vertretenen Netzbetreiber (Telekom Deutschland GmbH, Vodafone GmbH, Telefónica Germany GmbH & Co. OHG und 1&1 Mobilfunk GmbH) vermietet werden. Die Telekom wird definitiv Antennen montieren und somit ihr Netz in Kleinbüllesheim ausstrahlen. Andere Anbieter sind aber nicht ausgeschlossen, was also ein „win-win“ für beide Seiten ist, da so keine weiteren Masten für andere Anbieter gebaut werden müssen, sondern sich diese auf dem einen bestehenden Mast einmieten können.
  • aufgrund der Besorgnis eines Besuchers zum Thema Strahlung konnte der Telekom-Vertreter folgende Aussage tätigen: Jeder Mobilfunkstandort benötigt eine Standortbescheinigung der Bundesnetzagentur und diese bestimmt den Sicherheitsabstand. Des weiteren prüft die Bundesnetzagentur regelmäßig, ob Werte eingehalten werden, ansonsten müsste die Telekom eine Strafe zahlen. Es gibt mehr Studien über Hochfrequenz als über die meisten Tabletten und die Weltgesundheitsorganisation und die Internationale Strahlungskommission empfehlen Grenzwerte, die durch den Bundesrat beschlossen werden. Dies wird dann umgerechnet in Sicherheitsabstände. Die Telekom reicht alle technischen Daten zum geplanten Mast bei der Bundesnetzagentur ein und diese bestimmt den Sicherheitsabstand. In der Regel entsteht so ein Sicherheitsabstand von 25-30 Metern horizontal und 6 Metern vertikal. Da die Antennen aber vertikal auf 25 Metern Höhe und horizontal mit entsprechend Abstand zum nächsten Wohnhaus angebracht sind und die Funkwellen in Form eines Schlauches/Rings in die Weite strahlen, sei auch in unmittelbarer Nähe nichts zu befürchten und der Standort wird voraussichtlich genehmigt werden können. Des weiteren ist ein Schutzfaktor ×50 zum gesundheitlichen Grenzwert eingerechnet. Ein Handy am Ohr sei von der Strahlung sogar schlimmer als die Nähe zu einem Mast. Denn wenn ein Mobilfunkmast zu weit entfernt ist, ist der Empfang schlechter und das Handy muss mit mehr Leistung senden. Der neue Mast in Kleinbüllesheim würde also durch den daraus resultierenden besseren Empfang die Sendeleistung der Handys am Ohr sogar verringern. Auch Störungen vom eigenen WLAN etc. sind nicht zu befürchten, da dies andere regulierte Frequenzbereiche als Mobilfunk sind.
  • die Genehmigungsverfahren bzw. die genaue Bauplanung sind noch bei Stand 0. Das heißt, der Bau wird voraussichtlich erst in 2-3 Jahren stattfinden. Der Telekom-Vertreter lobte daher die Stadt für das sehr rechtzeitige Informieren der Bürgerinnen und Bürger. Die Stadt hat zugesichert, den Bürgerverein rechtzeitig über Neuigkeiten zu informieren.

In nachfolgenden Visualisierungen können Sie den geplanten Standort an der markierten Stelle sehen:

Quellenangabe und Lizenzhinweis Grafiken: Digitaler Zwilling NRWGeobasis NRW, Bezirksregierung KölnDatenlizenz Deutschland – Zero (https://www.govdata.de/dl-de/zero-2-0)

Folgendes Beispielbild eines vergleichbaren Mastes, der auch in Kleinbüllesheim zum Einsatz kommen soll, hat uns die Telekom zur besseren Vorstellung zur Verfügung gestellt:

Der Bürgerverein wird alle Kleinbüllesheimer über die Neuigkeiten auf dem Laufenden halten!